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Bei Schrift geht es
immer auch um die Frage der

Lesbarkeit 

 
Nun ja – das kommt natürlich auf die Schrift an …

Ein deutsches Sprichwort beginnt mit
„Was man schwarz auf weiss besitzt,…“
Also sehen wir uns das doch einmal
»schwarz auf weiss« an:

Schon auf den ersten Blick erkennt man, …

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… dass man nicht alles erkennt.

 

Aber was haben wir da eben gesehen? Immer den gleichen Satz, immer in einer anderen Schriftart gesetzt.

Und zwar in so ziem­lich allen ingoFonts. 
Und was davon konnten wir auf Anhieb lesen?

Recht wenig nur.



 

Unter so vielen verschie­denen Fonts erfüllen nur die aller­wenigsten auf Anhieb das, was wir unter guter Lesbarkeit verstehen. 

Ist es nicht der Anspruch an eine Schrift, dass sie auch lesbar ist?

Nun ja… Manch­mal soll ja die Schrift selbst etwas ausdrücken. Dann rücken Form und Mach­art in den Vor­der­grund. Und wenn das Ausse­hen zum Spiel­ball wird, dann geraten andere Merk­male schon mal ins Abseits.»Hand­schriften« und »Display-Fonts« können daher beim Thema Lesbarkeit einfach nicht mit­halten.

Es kommt auf den Zweck an, den ein Text erfüllen soll. Es macht nämlich einen Unter­schied, worum es geht. Ob ein längerer, womöglich schwieriger Text aufmerk­sam und entspannt gelesen werden kann, oder ob eine kurze, aber vielleicht wichtige Information unmiss­ver­ständlich vermittelt werden muss wie auf Warn­hin­weisen und  Orientier­ungs­systemen.​

Bleiben wir also bei ersterem Fall.

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Der häufigste Fall eines langen Textes ist das klassische Buch, aber auch bei Verträgen,  Bedienungs­an­leitungen, Nachrichten-Artikeln und vielem anderen erleichtert angenehme Lesbarkeit die Beschäftigung mit dem Text. 

Wie so Vieles ist auch Lesbar­keit eine höchst subjek­tive Angelegenheit. Wie individuell wir als Leser empfinden fängt ja schon damit an, dass ich meine Hand­schrift für gut lesbar halte, alle anderen aber …na ja …. 
Und so auch bei den Satz­schriften: an manche Schrift­formen  haben wir uns im Laufe unseres Lese­lebens schlicht gewöhnt. Es interessiert gar nicht mehr, ob das auch eine gute Schrift ist oder nicht.

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Wir erleben seit einiger Zeit einen Wechsel in den Lese­ge­wohn­heiten.

Dass wir hier an einem Bildschirm über Schrift sprechen zeigt den vielleicht bedeutend­sten Wandel weg vom Lesen auf Papier hin zum Digitalen.​

Auf Papier sähen wir die jeweilige Schrift sicher mit anderen Augen.

Unsere Einschätzung fiele dann vermutlich anders aus.

In unserer angeblich so hoch entwickel­ten Kultur wird gar nicht mehr so viel gelesen (und auch nicht mehr selbst geschrieben [und das nicht erst seit KI] aber das ist ein eigenes Thema).

Damit schwindet auch die Fähig­keit der Menschen, Texte schnell und flüssig zu erfassen. Es wird häufig nur noch buchstab­iert und entziffert. 

Natürlich liegt es auch in der Verant­wortung der Grafik-Designer, ob ein Text lese­freund­lich aufbereitet ist oder nicht.  ​

Im angel­sächsi­schen Sprach­raum ist es nicht ungewöhn­lich, ganze Text­passagen in Gross­buch­staben zu setzen (mittler­weile sogar in der Handschrift), anderswo gilt das als Lesever­hinderung, und wird daher auch gerne im „Kleinge­druckten“ verwendet, das man zwar akzeptieren muss, aber ja eigent­lich gar nicht verstanden werden soll. 

Viel-Leser finden es zumin­de­stens unpas­send, ein Buch in einer anderen Schrift als Antiqua lesen zu sollen. Umge­kehrt ist für ungeübte Leser eine Antiqua unge­wohnt und schwieriger lesbar als eine Serifenlose. Und daher gibt es mittlerweile Antiquas mit sehr zurückhaltenden Serifen und Serifenlose mit dem aus der Antiqua entlehnten Kontrast zwischen Grund- und Haarstrich.

Dabei galt gerade die Antiqua die längste Zeit als die am besten les­bare Schrift­form, wegen der den Lese­fluss beför­dern­den Serifen und dem ans Schreiben erin­nernden wechselnden Duktus im Strich. ​Aber das setzt eben eine gewisse „Lesekultur“ voraus, und davon scheint man heute nicht mehr ausgehen zu können oder zu wollen.​​

Die Form unserer Gebrauchs­schriften hat sich in der Vergang­en­heit immer wieder kulturellen und technischen Umständen angepasst.

Johannes Gutenberg, der das Ganze ja als Erster praktiziert hat hat,  wollte noch wie hand­ge­schrieben drucken.​

In der Renais­sance kurz darauf gab es dann erste Bemühungen um eine verbesserte Lesbarkeit.

Mit neuen Entwicklungen ent­standen immer mehr unter­schied­liche Schriftstile, z.B. Reklame­schriften oder Zeitungs­schriften im 19. Jahr­hun­dert.

Auch wechselnde Moden spielen ihre Rolle, sowohl bei der Gestaltung von Schrift als auch bei den Anwendern und Lesern.

Aber das gedruckte Wort ist in unserem Leben ohnehin seltener geworden. Die Schrift als Mittel der Kommu­ni­ka­tion hat aber beileibe nicht ausge­dient, im Gegenteil.

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Diese Auswahl an ingoFonts zeigt anschaulich, dass manche Schriften sichtlich angenehmer und besser lesbar sind als andere.

Das kann man unter anderem anhand einiger weniger Merkmale feststellen:

  • der Kontrast zwischen Grund- und Haarstrich;

  • die Ausarbeitung der Form und Unterscheidbarkeit der Buchstaben;

  • die Proportionen der Buchstaben;

  • die Mittelhöhe (n-Höhe);

  • das „Wortbild“

  • der Gesamteindruck des Satzbilds

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Wir nehmen Informa­tionen immer noch am effektiv­sten in schrift­licher Form auf, nur immer seltener in längeren Zusammen­hängen, und auch weniger auf dem Medium Papier.

Aber die Vorstellung, was man unter einer gut lesbaren Schrift zu verstehen habe, hat sich immer wieder geändert. Mal galten die strengen kontrast­reichen klassi­zisti­schen Entwürfe als vorbildlich, andere sehen noch heute in den alten Renais­sance­-Antiquas die einzig wirklich geeig­neten Lese­schriften, wieder andere propa­gieren möglichst schlichte serifenlose Schriften ohne Schnickschnack. 
So wie es heute aussieht haben sich mit letzteren auch die Serifenlosen durchgesetzt.

In Schulen wird heute anhand von wahrlich hässli­chen simplen »Schul­schriften« das Lesen (und auch das Schreiben) gelernt. So etwas prägt leider auf Dauer.

​Die Omni­präsenz von Helvetica und ihren Epigonen kann also niemanden verwundern. Nun ja, sie wird nicht umsonst die „Schrift ohne Eigenschaften“ genannt, da gibt es gerade im Hinblick auf die Lesbarkeit schon noch bessere. Und ich meine nicht nur als Alternative, sondern objektiv bessere Schriften (ausdrück­lich im Plural).

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Überzeugt, dass es für jeden Zweck die best­mögliche Schrift geben müsse, entwickeln Type Designer mit viel Aufwand und Mühe neue Schriften. In letzter Zeit sind das vor allem speziell für Bild­schirm-Darstellung konzi­pierte Fonts, einfach aus der Erkennt­nis, dass keine der herkömm­lichen Schriften wirklich für das Lesen auf den Displays der verschiedensten Geräte geeignet ist. 

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Egal in welchem Medium, für das schnelle Auffas­sen einer Text­infor­mation ist es wichtig, dass die Buch­staben als deutlich unter­scheid­bar wahrge­nom­men werden, aber die Verbind­ung zum nächsten Buch­staben nicht verloren geht.

Das lateinische Alphabet – wie auch das griechische und kyrillische – unter­scheidet zwischen Gross- und Klein­buch­staben. Manche der (Klein‑)Buch­staben haben typische Ausform­ungen einer Ober­länge nach oben oder auch eine Unter­länge unter die Schrift­linie. Eine kleine Besonderheit ist dabei das kleine t, dessen Kopf kürzer als eine Oberlänge ist. Und das g hat in vielen Schriften eine ungewöhnliche aber dafür umso charakteristischere Schlaufe als Unterlänge.

So ent­stehen charakteri­stische Wort­bilder, die das Auge oft schon erfasst, ohne die einzelnen Buch­staben identi­fi­zieren zu müssen. Das kann aber nur funktion­ieren, wenn der Gestalter der Schrift die Ober- und Unter­längen ausrei­chend proportion­iert hat. Gerade bei Schriften ameri­ka­ni­schen Ursprungs, besonders den Serifen­losen, bleibt das oft unberücksichtigt.

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Der Detail­ge­stalt­ung des einzelnen Zeichens kommt eine über­ragende Bedeutung zu.

Die Buch­staben eines Alphabets sind aus den im Wesent­lichen immer gleichen sich wieder­hol­enden Form­ele­menten aufgebaut. Die Form des kleinen o findet sich z.B. in den Buch­staben b, d, p und q wieder; ganz ähnlich andere Elemente. Daraus entsteht der Gesamt-Charak­ter­ eines Fonts.

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Das allzu konsequente Verfolgen einer Gestalt­ungs­idee kann schnell zu ähnlichen und damit verwech­sel­baren Buchsta­ben­formen führen. Hier die eindeutige Erkenn­bar­keit zu bewahren ist ein wesent­liches Merkmal gut lesbarer Schriften. Dazu gehört auch, dass jeder Buch­stabe und jedes Zeichen die ihm eigenen Proportionen hat.

Der Lese-Fluss wiederum wird vom Strich beinflusst, deswegen gibt es in manchen Fonts ein „Schwänzchen“ am Ende mancher Buch­staben, welches das Auge zum nächsten Buch­staben führt. In Antiqua-Schriften erfüllen die Serifen diese Aufgabe.

Im Zusammenspiel mit dem Buchstaben­ab­stand ergeben sich so mehr oder weniger als zusammen­gehörig empfundene Wortbilder.

Wenn eine Schrift so gut gemacht ist, dass man leicht die Wort­bilder erfasst, ohne einzelne Buch­staben de­chiff­rieren zu müssen, dann stolpert auch das Auge nicht mehr Buch­stabe für Buch­stabe durch die Zeile. Vielmehr springt man von einem Betracht­ungs­punkt zum nächsten, und erfasst dabei auch die dazwi­schen­liegenden Passagen. Im Idealfall gelingt dann das „Querlesen“. Nur bei unbe­kannten Begriffen stoppt man dann noch, um zu „buchsta­bieren“.

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Lesbarkeit spielt auch in anderen Zusammen­hängen eine Rolle – bisweilen sogar eine essentielle. Gemeint ist das weite Feld der Informa­tions­systeme. Sei es eine ernste Warnung oder die allgegen­wärti­gen Wegweiser​, hier muss Schrift auch unter denkbar ungünsti­gen Bedingungen funktionieren: unter Stress, in Hektik, bei schlechtem Licht, beim kurzen Blick im schnellen Vorbeifahren… Selbst in der profanen Werbung soll die Botschaft möglichst schnell, direkt und unmittelbar ankommen. Also immer dann, wenn der „Sender“ einer Information will, dass sie vom „Empfänger“ schnell, ungehindert, unabgelenkt direkt erfasst wird.​

Meist geht es in diesen Zusammen­hängen um kurze, einpräg­same Botschaften. Ein Wort nur, oder längstens ein, zwei Sätze: ACHTUNG GEFAHR, Ausfahrt nach 500 m, „Das wahrscheinlich beste Produkt der Welt“. Dafür benötigt man alles, was irgendwie Aufmerk­sam­keit erregt, ausser der Schrift sind das dann Warnfarben, markante Formen, Beleuchtung usw.

Alles was diesem Zweck dient, ist auch gut. Eine gut lesbare Schrift ist in solchen Fällen immer hilfreich. Es geht dann nicht mehr um ange­nehmes ermüdungs­freies Lesen wie bei einem Buch, vielmehr ist eindeutige und vor allem schnelle Erfassbarkeit gefordert. Für derartige Hervor­heb­ungen ent­halten auch die „Leseschriften“ zusätzliche fettere Varianten inner­halb ihrer Font-Familie.

In Bezug auf die Schriftwahl kann das dann auch ein Font sein, der sofort unsere Aufmerk­samkeit erregt. Aber Show-Schriften sind ein eigenes Thema…​

InfoSys
…zum Beispiel die

Lecturia

Eine „humanistische“ moderne Serifenlose

Übrigens:
die Schrift auf

dieser Seite ist die 
„Lecturia“.

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Die Lecturia ist eine „humanistische“ moderne Serifen­lose. Lebendige Formen bringen ein wenig Bewegung in die Typografie. Aufsteigende dynamische Bewegung prägt den Aufbau ihrer Zeichen – alternative Buch­staben­formen betonen diesen Eindruck noch.
Die Familie umfasst acht Schrift­stärken von der zartesten „Hairline“ bis zur fetten „Bold“ – jeweils aufrecht und auch kursiv; in der Version als variabler Font sind die Zwischen­stufen fließend steuerbar.
Die Formen und Proportionen der
Lecturia sind so gewählt, dass sie als Mengen­satz­schrift in großen Text­mengen gut lesbar ist. Und sie ist so robust, dass sie auch auf große Entfernung oder unter ungünstigen Bedingungen sowohl positiv als auch negativ funktioniert und dabei sehr gut lesbar bleibt. In großen Größen als Über­schrift tritt sie sehr prägnant auf.

Die Formen der einzelnen Zeichen sind angelehnt an der „humanistischen“ Formen­sprache klassischer Antiqua­schriften.
Damit ist die
Lecturia eine reiz­volle Alter­native zu den heute überwiegend verwendeten Serifenlosen.

Neben Ligaturen für problematische Buch­staben­verbindungen enthält sie Alternativ­formen für mehrere Zeichen, die das Erscheinungsbild noch etwas lebendiger wirken lassen.

Kapitälchen („kleine“ Grossbuchstaben in der Höhe von Klein­buchstaben) bieten eine zurückhaltende Möglichkeit der Hervorhebung.

Darüber hinaus bietet die Lecturia mehrere Sätze von Ziffern:

  • proportionale Standard­ziffern in gleicher Höhe

  • Versalziffern in Höhe der Grossbuchstaben

  • proportionale Mediäval­ziffern mit Ober- und Unterlängen

  • nichtproportionale Tabellen­ziffern in gleicher Breite

  • hoch- und tiefgestellte Ziffern

  • Zähler und Nenner für die Darstellung von Brüchen

  • Ziffern im Kreis

 

Die sehr gute Lesbarkeit der Lecturia macht sie zur idealen Schrift für Informationssysteme – eine Auswahl an Richtungs­pfeilen ist übrigens ebenfalls enthalten.

 

…zum Beispiel die

Analogue

Eine klassische Serifenlose

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Die Analogue ist eine klassische Serifenlose – nüchtern, aber freundlich und ganz klassisch. Und ein variabler Font.

 

  • ganz klassische Zeichen­formen

  • starke Neigung der Kursiven

  • gleichmässige Proportionen

  • ungewöhnliche Ligaturen

  • Schwungbuchstaben

  • verschiedene Ziffern­varianten

  • kleines l mit „Fuss“

  • alternative Buchstaben

 

Man sollte es kaum für möglich halten, aber es gibt tatsächlich kaum serifen­lose Schriften, deren kleines l auch die Form eines l hat. Stattdessen müssen wir Leser uns ständig ein I für ein lvormachen lassen! Die wenigen Satzschriften, die ein l mit gebogenem „Fuss“ enthalten, entstanden erst in neuester Zeit, wie DIN, Apex, Meta, … und damit endet die Aufzählung auch schon wieder. 

Die Analogue entstand genau aus diesem Mangel: nämlich eine möglichst »gewöhnliche«, ja klassische Schrift zu schaffen, die als auffälligstes Merkmal das „Krücken-l“ hat.
Als Vorbild diente hierzu die »Mutter aller Serifenlosen«, die Akzidenz Grotesk von Berthold, deren Ursprünge bis ins 19. Jahr­hundert reichen. Die Analogue ist quasi die Neu­interpretation der Akzidenz Grotesk von ingoFonts. Dazu sind alle Zeichen – ausgehend vom historischen Vorbild – neu gezeichnet worden.

Und wer das Formmerkmal des ausgestellten Fusses noch extra betonen möchte, der kann zusätzlich die alternative Formen für d, h, m, n aktivieren (Style Set 1).
Umgekehrt schwächt das alternative a den „Krücken“-Eindruck etwas ab (Style Set 2).

Die schrägen Schnitte – eine echte Kursive ist es ja nicht – sind mit 13° spürbar stärker geneigt als die Italics in vergleichbaren Schriften und erhielten überdies ein eigen­williges rundes e, um sich im Schriftbild noch deutlicher von der Aufrechten zu unterscheiden.

Bei einigen Zeichen habe ich im Detail andere, modernere formale Lösungen gesucht. So erhielt zum Beispiel das M leicht angeschrägte Schenkel; das a spiegelt die Kurven des s; die Füße von a, l, t sind auf­einander abge­stimmt; K und R haben nun auch einen „Fuss“.

Die allgemeinen Proportionen sind von der Akzidenz Grotesk beeinflusst, ebenso die schrägen Anschnitte bei den offenen Formen von a, c, e, s; C, G und S erhielten dagegen gerade Abschlüsse.

Die Analogue enthält mehrere Ligaturen, auch seltene, sowie proportionale Ziffern, Mediävalziffern und Tabellenziffern. 

Alles in allem erweckt die Analogue auf den ersten Blick die Anmutung ihrer berühmten Vorgängerin, die vielen kleinen Unterschiede geben ihr aber doch ein gewisses unverwechselbares Etwas…

…zum Beispiel die

Charpentier Renaissance

Eine gut lesbare venezianische Antiqua

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Dieser Schrift liegt der Wunsch zugrunde, eine Antiqua zu schaffen wie es sie vielleicht ganz zu Beginn des »Druckzeitalters« gegeben haben könnte. Die Grundform ist an den klassischen römischen bzw. frühmittel­alterlichen Vorbildern orientiert, der Duktus ganz vom Schreiben mit der breiten Feder bestimmt, und mit viel individuellem Ausdruck im Detail.

 

Mir erscheinen die als »Renaissance-Antiqua« bekannten Schriften als zu glatt, zu sehr den heutigen vielfältigen Praxis­anforderungen angepasst, sie sind nahezu totgezeichnet.

Im Frühjahr 2005 hatte ich die Gelegenheit, ein paar Seiten in dem berühmten Buch »Hypnerotomachia Poliphili« von 1499 genauer anzusehen. Die darin verwendete Schrift von Aldus Manutius gilt als vorbildlich. Der grösste Teil des Buches ist jedoch nicht sehr sorgfältig gedruckt. Die Buchstaben halten nicht die Zeile, der Druck ist mal zu kräftig, mal viel zu schwach. Und auf diesen mangelhaften Seiten kann man den eigentlichen Charakter der Buchstaben erkennen. Sie sind nämlich im Detail sehr lebendig geschnitten, was wohl an der von hauptberuflichen Schreibern gelieferten Vorlage liegt. Schliesslich war um 1499 Schrift in der Regel geschrieben, und die gedruckte Schrift hatte sich an diesem Vorbild zu orientieren.Auf den schwach gedruckten Seiten gefällt mir das Schriftbild besser. Die Buchstaben stehen zwar nicht sauber auf der Zeile, aber der jetzt deutlich hervor­tretende lebendige Duktus der einzelnen Zeichen führt im Auge des Betrachters automatisch zu harmonischen Wort­bildern, die unruhige Zeile tritt in den Hinterrund.

 

Auch in der Charpentier Renaissance sind die Züge der Breitfeder noch zu spüren. Sie hat sehr ausgeprägte weich gebogene Serifen.

Die Formen sind kraftvoll und stehen solide auf der Grundlinie.

Die »Charpentier Renaissance« ist sehr gut lesbar und ergibt ein gediegenes und doch lebendiges Satzbild.

Die dazugehörige Kursive hat wie ihre historischen Vorbilder fast keine Neigung. Die Minuskeln der Charpentier Renaissance Italique haben so eigen­tümliche Figuren, dass sie auch als eigen­ständige Schrift eingesetzt werden kann.

…zum Beispiel die

Charpentier Sans

Eine humanistische Serifenlose

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Diese Schrift verkörpert sowohl klassische Ideale, wird aber auch modernen Ansprüche gerecht. Die Proportionen der Charpentier Sans sind direkt von der Römischen Capitalis und der humanistischen Buchschrift abgeleitet. Die erste Version dieser Schrift entstand schon 1994 im Rahmen der Bewerbung der Stadt Graz als Austragungs­ort für die Olympischen Winterspiele 2006. Ursprünglich hieß sie dann auch »Olympia«. 

Der Kontrast von Grund- und Haarstrichen findet sein Vorbild in den mittel­alterlichen Unzialschriften. So entstand eine serifenlose Antiqua im betonten Wechselzug von fett und fein. 

Die Charpentier Sans ist dank ihrer traditionellen Formensprache gut lesbar, passt sich den verschie­densten Inhalten an und strahlt eine gewisse Ruhe und Sicherheit aus. Details, die vom Schreiben mit der Feder herrühren, gewährleisten, dass die Schrift nicht zu spröde und zu nüchtern wirkt.

Auch die winzigen spitzen Miniserifen tragen zum unver­wechsel­baren Erscheinungs­bild bei. Sie schaffen einen spannenden Kontrast zu den weichen fließenden Formen der Buchstaben und tragen in großem Maße zur guten Lesbar­keit bei. Die Charpentier Sans wirkt dadurch immer äußerst scharf und klar umrissen.

Die Charpentier Sans Italique hat einen noch deutlicher vom Schreiben herge­leiteten Duktus. Besonders die runden Formen von a, e, f, g und y erinnern an die handge­schriebene humanistische Kursive.

 

Die Charpentier Sans enthält mehrere Ligaturen, auch unge­wöhnliche, sowie proportionale Mediäval- und Versalziffern für den normalen Satz als auch nichtproportionale Tabellen­ziffern mit gleich­bleibender Breite.
Zusätzlich zum „normalen“ lateinischen Zeichensystem stehen darüber hinaus auch noch Kapitälchen als besonders elegante Form der Auszeichnung zur Verfügung.

…zum Beispiel die

Charpentier Classicistique

Eine eigenwillige klassizistische Antiqua

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Diese Antiqua wirkt lebendiger als für Schriften der klassi­zistischen Stilepoche sonst üblich. In den Kleinbuch­staben finden sich Anklänge an die flüssigeren Formen der historisch früheren Schriften. Typisch für eine klassizistische Antiqua sind der betont deutliche Kontrast in den Strichstärken, die feinen Serifen und die Betonung des senkrechten fetten Grundstrichs.

Die Charpentier Classicistique ist angenehm zu lesen. Sie wirkt weit weniger streng als andere klassizistische Schriften. 

Ungewöhnlich sind die spitzen Formen von M und N.

 

Die Kursive der Charpentier Classicistique ist mit ca. 30° ungewöhnlich stark geneigt. Die kursiven Klein­buchstaben nehmen teilweise Bezug auf die englische Schreibschrift, die ja ebenfalls dem Klassizismus zugerechnet wird. Besonders in den Rundungen finden sich hier diese vom Schreiben beeinflussten Formen.

 

Die Charpentier Classicistique enthält mehrere Ligaturen, auch seltene, sowie Ziffern für den normalen Satz als auch Tabellenziffern mit gleichbleibender Breite und Versalziffern.

…zum Beispiel die

Desphalia

Eine klassische »amerikanische« Serifenlose mit „Knick“
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Der Entwurf der Desphalia geht zurück auf eine Zeitschriften-Schrift. Daher hat sie eine vergleichsweise schmale Laufweite bei dennoch hoher Lesbarkeit.

Die Desphalia gehört zu der Sorte von serifenlosen Schriften, wie sie schon im 19. Jahrhundert entstanden sind.  Man könnte sie auch als »American Gothic« bezeichnen, eine Serifenlose im Stile von Schriften wie der Franklin Gothic, der News Gothic und ähnlichen „alten Bekannten”. Vor allem die hohe Mittellänge (n‑Höhe / x‑Höhe) kennzeichnet diesen Schriftstil, ebenso wie die identischen Höhen von Versalien und Oberlängen.

Allerdings habe ich mir ein paar Eigenheiten erlaubt ;-)

Da ist zum Einen der sanft angeschrägte horizontale Mittelstrich bei Buchstaben wie dem H, E, F, A und dem e.  

Auch das M bekam leicht schräg gestellte Seiten.  

Bei den Kleinbuchstaben sind einige mit der Andeutung eines An- bzw. Abstrichs versehen: a d m n p u. 

Dieser „Knick“ am Schaft dient auch beim kleinen l zur besseren Unterscheidung vom grossen I – wie beim Begriff »Illinois« gut zu sehen ist.

Ganz in der Tradition der amerikanischen Schriften besitzt die Desphalia keine echte Kursive.  Vielmehr haben die Buchstaben der »Italic« die gleichen Zeichenformen wie die normale aufrechte Variante, aber in schräg – und so heisst sie eben nicht »Italic« sondern »Oblique«.

Die Ziffern stehen wahlweise zur Verfügung als Tabellenziffern, proportionale Versalziffern oder Mediävalziffern.

Style Set 01

Eine weitere amerikanische Eigenheit ist das grosse I mit Abschlussstrichen oben und unten.  Es ist in der Desphalia als alternative Zeichenformenthalten.  Ein alter-natives kleines l mit dem „Knick“ an der Oberlänge ist ebenfalls enthalten – desgleichen ein y mit „Knick“ in der Unterlänge.

Style Set 02

Die jeweils entsprechenden „geraden” Formen a d l m n p u ohne den Knick sind als Alternativen in einem eigenen Style Set enthalten.

Kapitälchen bieten eine zusätzliche Art der Hervorhebung. (Das sind Grossbuchstaben in der optischen Höhe der Kleinbuchstaben.)

Die Desphalia gibt es in den Breiten Condensed, Normal und Expanded, die Stärken umfassen Thin, Light, Book, Bold, Black. Bei Verwendung des variablen Fonts sind auch alle Zwischenstufen frei wählbar.

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…zum Beispiel die

Faber Serif

Eine zurückhaltende Antiqua

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Die Faber Serif hat ihren Ursprung in der serifenlosen Faber Sans, zu der sie die Antiqua­variante ist. Die Proportionen sind nahezu mit denen der Faber Sans identisch.

Die Serifen der Faber Serif sind vergleichs­weise kräftig, und dabei aber sehr kurz. Der üblicher­weise für Antiqua-Schriften so charak­teristi­sche Wechselzug ist nicht sehr stark ausgeprägt. Damit steht sie in der Nähe der aller­ersten Antiquas aus dem 15. Jahrhundert.

Auch die Kursiv hat sehr zurück­genommene Serifen, was den modernen Lese­gewohn­heiten sehr ent­gegen­kommt.

So erhält die Schrift eine Anmutung, die ruhig und nüchtern, ja fast schon zurückhaltend für eine Serifenschrift ist.

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…zum Beispiel die

Faber Sans

Eine klassisch-moderne Serifenlose

Zwei Schriften vereint in einer: dank alternativer Buchstaben­formen erhält diese Schrift ein zweites Erscheinungsbild.

Die Faber Sans ist eine Serifenlose im Stil der klassisch-modernen Schrift­schöpfungen des frühen 20. Jahrhunderts – die Futura von Paul Renner und die Gill Sans standen Pate.

So entstand eine Schrift mit angenehm rhythmischen Proportionen, die ausgesprochen angenehm zu lesen ist, gerade auch in größeren Textmengen, aber auch unter den typo­grafisch widrigen Bedingungen am Bildschirm ist sie angenehm lesefreundlich.

Ein prägnanter Buchstabe ist das f, dessen Oberlänge verkürzt ist und ohne den sonst gewohnten in Lese­richtung ausgreifenden Bogen auskommt.

Das bestimmende Element im Schriftbild sind die breiten runden Formen von b c d e o p q und C D G O Q, bei Verwendung der alternativen Form mit ihrem ebenfalls runden a und g wird dieses formale Merkmal noch betont. 
Den Kontrast zu den weichen Rundformen bilden die Spitzen bei allen vom Dreieck abgeleiteten Buchstaben: v w z, und besonders die Versalien A M N V W Z.

Eine »zweite« Schrift mit ganz eigenem Charakter entsteht, wenn man für die Buchstaben a f g l u r die Alternativ­formen aktiviert, die nach dem Vorbild der spätantiken beziehungs­weise frühmittel­alterlichen Unzial­schriften gestaltet wurden. Das r erhält in der Alternativ­form einen verspielten Punkt.

 

Anders als bei vielen Serifenlosen gibt es die Faber Sans mit einer „echten“ Kursiven. Sie ist runder, die Strichführung ist flüssiger als bei der aufrechten. Einige kursive Buchstaben haben eine gänzlich eigene Gestalt, die deutlich von der Handschrift herrührt, besonders sichtbar bei a und g.

 

Mehrere OpenType-Features sind in der Schrift enthalten, die nach Bedarf an- und abgeschaltet werden können:  

  • Alternative Buchstabenformen: ersetzt die Buchstaben a, f, g, l, r jeweils durch die alternative Variante, auch in den Ligaturen.

  • Ligaturen: ersetzt die Buchstabenfolgen fi, fl, ff, ffi, ffl, ft, tt, Th durch die jeweilige Buchstabenverbindung.

  • Bedingte Ligaturen: ersetzt die Buchstabenpaare ch, ck, mmdurch die jeweilige Buchstabenverbindung und SS durch Versal-ß.

  • Tabellenziffern: ersetzt die normalen Ziffern durch Tabellenziffern mit identischer Zeichenbreite.

  • Mediävalziffern: ersetzt die normalen Ziffern durch Ziffern, die wie die Kleinbuchstaben Ober- und Unterlängen haben.

  • Brüche: ersetzt die Zeichenkombinationen 1/2, 1/3, 1/4 usw. durch die entsprechenden Brüche. 

  • Null mit Schrägstrich: ersetzt die normale »offene« 0 durch die Version mit Schrägstrich. 

  • Echte Kapitälchen: ersetzt die Kleinbuchstaben durch Großbuchstaben in der optischen Höhe der Minuskeln. 

  • Historische Buchstabenformen: ersetzt s durch „langes s“. 

  • Style Set 1: ersetzt die normalen Ziffern von 1 bis 20 durch Ziffern im Kreis.  

  • Style Set 2: ersetzt die normalen Ziffern von 1 bis 20 durch negative Ziffern im Kreis.  

  • Style Set 3: ersetzt die »zweistöckige« Form von a durch die »runde« Variante.  

  • Style Set 4: ersetzt die »zweistöckige« Form von g durch die »runde« Variante.  

  • Style Set 5: ersetzt die »steile« Form von f durch die »ausladendere« Variante.  

  • Style Set 6: ersetzt die »gerade« Form von l durch die Variante »mit Fuss«.

  • Style Set 7: ersetzt die »normale« Form von r durch die verspieltere Variante mit Punkt. 

  • Style Set 6: ersetzt das u mit Abstrich durch die symmetrische runde Form.
     


 

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…zum Beispiel die

Petermann

Eine freundliche moderne Serifenlose mit offenen ovalen Formen

Petermann ist eine moderne serifenlose Schriftfamilie mit gewissen Eigenheiten.

Petermann umfasst Schriftstärken von Haarfein bis Extrafett, von Schmal bis Breit, und echte Kursive.
Die Formen, das Grundgerüst der Buchstaben, sind sehr funktional gestaltet. Die Strichstärke variiert nur sehr wenig, es gibt fast keinen Kontrast zwischen Grund- und Haarstrichen. Die runden Buchstaben betonen das offene Oval, ihre runden Binnenformen rhythmisieren das Schriftbild und lassen die Schrift sanft und gefällig wirken. Besonders die "einstöckige" runde Form der beiden kleinen Buchstaben a und g trägt zu diesem Eindruck bei.

Ein Erkennungsmerkmal der
Petermann ist der zurückgenommene Fuß von kleinem c und e. Ein weiteres Merkmal sind die schrägen Striche, deren Abschluss zur Innenseite des Buchstaben hin abgerundet ist. Punkte sind in der Petermann rund. 
Auch dies verleiht der Schrift eine gewisse Weichheit.
Anders als bei den klassischen Serifenlosen sind bei der
Petermann einige Buchstaben mit leichten Anklängen von Serifen versehen, die den Lesefluss fördern. 
Am auffälligsten sind die "Füße" der Kleinbuchstaben a d l u. Sie wirken fast schon wie besonders kurze und dabei sehr dicke Serifen. Aber auch an den oberen Anstrichen von m n r ist eine leichte Ausformung wahrzunehmen.

Petermann bietet zahlreiche OpenType-Features und Style-Sets.

So sind beispielsweise Kapitälchen, Brüche, eingekreiste Ziffern, das historische lange s und das große „Scharfe S“ enthalten.
Für einige Buchstaben gibt es
alternative Gestaltungen, um dem Schriftbild einen ganz anderen Gesamteindruck zu verleihen. So stehen "herkömmliche" zweistöckige Varianten von kleinem a und g zur Auswahl (Style Set 04). Die Buchstaben d l u gibt es ohne "Füßchen" und das kleine j mit geradem Strich (Style Set 01), das kleine f und das „scharfe“ ß mit Unterlänge (Style Set 03). Auch von manchen Grossbuchstaben sind Varianten auswählbar: Das M mit geraden Seiten, das I mit serifenartigem oberen Anstrich, das Große W zweistöckig. Manche Buchstaben gibt es auch in einer offeneren, lichteren Gestaltung: A B D G P R und korrespondierend dazu auch das kleine e.
Mehrere
Ligaturen bereichern die Möglichkeiten der Petermann zusätzlich.
Die Petermann enthält auch
Kapitälchen, also kleine Großbuchstaben passend zur Höhe der Kleinbuchstaben.
Die Ziffern stehen alternativ als
Mediävalziffern, Tabellenziffern oder proportionalen Versalziffern zur Auswahl.

Auch eine alternative Null mit Mittelpunkt ("slashed zero") ist enthalten.

Brüche und Nummern im Kreis (positiv und negativ) sind ebenfalls Teil des Zeichensatzes.

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