Schrift kommt vom Schreiben.
Schreibschriften auf dem Computer sind eigentlich 100%iger Unsinn –
– naja, eigentlich…
Schrift ganz nah an den Ursprüngen
Handschrift
… zum Beispiel die
Ingo’s Marker Hand
Wie mit dem dicken Filzstift handgeschrieben
Was macht denn eine Handschrift aus?
In erster Linie doch die vielen Unregelmässigkeiten, sei es beim ungleichmässigen Strich, der Inkonsistenz was die Form der Buchstaben angeht, oder dass die Buchstaben nicht korrekt auf der Zeile stehen. Dazu kommt, dass man beim Schreiben in der Regel dazu neigt, bestimmte Buchstaben miteinander zu verbinden.
Dass all dies aber in einem Computer-Font umgesetzt ist, ist mehr als ungewöhnlich.
Und dennoch überzeugt die Ingo’s Marker Hand mit all diesen charakteristisch handschriftlichen Merkmalen.
Mehrere Alternativformen für alle Ziffern und Buchstaben, dazu hunderte Buchstabenverbindungen (Ligaturen) und ein paar eingebaute Überraschungen machen diesen Font zu einer perfekten Imitation einer persönlichen Handschrift.
Das Gegenteil von zart und schön
Wie ihre Verwandte, die mit dem Kugelschreiber geschriebene >> „Biró Script“, ist Ingo’s Marker Hand frei geschrieben. Nur diente als Schreibgerät ein sogenannter »Marker«, ein dicker Filzstift mit rechteckiger Spitze, und als Schreibgrund eine glatte Tafel.
Naturgemäss schreibt man unter solchen Bedingungen sehr viel grösser als mit Kugelschreiber auf Papier, was die Schrift in ihrem Ausdruck wesentlich beeinflusst hat.
Auch war der von mir benutzte Stift nicht mehr der Neueste, und so gerieten manche Details mehr oder weniger verwischt oder undeutlich.
Das dicke Werkzeug führte auch dazu, dass zierlichere Formen wie ein kleines e oder o häufig zu einem Klecks zusammenschmolzen.
Beide »Fehler« verstärken aber die handgemachte Anmutung nur noch zusätzlich.
Technisch ermöglicht wird all das durch mehrere im Font eingebundene, im jeweiligen Anwendungsprogramm an- und abschaltbare OpenType-Funktionen.
… zum Beispiel die
Biró Script
Eine mit dem Kugelschreiber geschriebene individuelle Handschrift
Der oft zitierte Kunsthistoriker Walter Koschatzky schrieb dazu (in seinem 1981 erschienenen Buch „Die Kunst der Zeichnung“): „Das Aufdrücken der Kugelspitze bringt keinerlei Veränderung der Strichstärke zustande, eine Differenzierung der Linie in Haar- und Schattenstriche gibt es daher nicht, […] (daher) schliesst es eine künstlerische Verwendung nahezu aus. Zeichnungen mit Kugelschreiber weisen einen durchwegs toten Strichcharakter auf.“
Eigentlich ist die Kalligrafie ja die Kunst der schönen Schrift…
…und eigentlich sind geschriebene Schriften als Satzschrift für den Bildschirm ein 100%iger Unsinn.
Und doch ist der Gedanke naheliegend: eine Schrift zu schaffen, die wirklich von der Alltags-Handschrift kommt. Und da wir – wenn überhaupt – nur noch mit dem Kugelschreiber schreiben, muss eine zeitgemässe Schreibschrift eben genau so aussehen.
Einen besonderen Reiz hat es, als Gegenstück zu den künstlerischen „Handschriften“, die es seit langem als Satzschriften gibt, eine echte „hässliche“ Handschrift zu digitalisieren. Schliesslich ergibt sich immer wieder der Bedarf, einen Text „wie handgeschrieben“ aussehen zu lassen.
Übrigens:
Die überzeugendste Wirkung erzielt man bei einer Schriftgrösse von etwa 18 bis 22 Punkt, dann entspricht die Strichstärke ungefähr der eines echten Kugelschreibers.
Sieht die Biró Script vielleicht tot aus?
Nein, im Gegenteil! Endlich eine wahrhaft individuelle Schrift!
Anders als in den üblichen Computer-Schreibschriften enthält die Biró Script ausser dem üblichen Alphabet mehr als 300 echte Buchstabenverbindungen (Ligaturen).
Und – die OpenType-Technik macht’s möglich: die Ligaturen erscheinen bei der Texteingabe wie von Zauberhand automatisch.
Auf diese Weise wiederholen sich die einzelnen Zeichen nur sehr selten, da sie ja meistens durch eine Ligatur ersetzt werden.
Ein in der Biró Script gesetzter Text sieht dann einem wirklich mit Kugelschreiber handgeschriebenen Text nahezu täuschend ähnlich.
… zum Beispiel die
Conté Script
Eine mit dem Bleistift geschriebene
individuelle Handschrift
Conté Script sieht einer Handschrift nahezu täuschend gleich, wie mit einem weichen Bleistift auf einen Notizblock geschrieben.
Sie wirkt schnell hingeschrieben, flüchtig, beiläufig, nicht ganz ernst gemeint, als ob sie im nächsten Moment wieder ausradiert werden würde.
Der typische Duktus des Bleistifts – das Bröselige wo der Druck nachlässt, und tiefdunkel wo der Druck den Graphit in ganzer Dichte aufs Papier schmiert – dieses Merkmal kennzeichnet auch die Conté Script.
Um den Font so lebendig zu erhalten, erscheinen in den Ligaturen der Conté Script unterschiedliche Formen der Buchstaben, so dass zum Beispiel ein a fast jedesmal anders aussieht, je nachdem mit welchem Buchstaben es verbunden wird oder eben auch nicht.
Das lebendige, abwechslungsreiche und individuelle Schriftbild ist vor allem den über 300 verschiedenen Ligaturen – also den Buchstabenverbindungen – zu verdanken.
Zusätzlich zu den Buchstabenkombinationen sind in der Conté Script auch noch die Buchstaben- und Zifferndoppelungen (aa, ff, AA, MM, 22, 66…) als Ligaturen mit Alternativformen angelegt.
Natürlich muss die Anwendung von OpenType-Features in ihren Programm-Voreinstellungen aktiviert sein.
Übrigens:
Die Conté Script wirkt am „echtesten“ in einer Größe um die 18 bis 20 Punkt.
Schreiben wie der Erfinder des Dieselmotors – mit dieser Schrift nach der Originalhandschrift von Rudolf Diesel geht das…
… zum Beispiel die
Diesel Rudolf Script
Nach der Original-Handschrift des Erfinders
Im Jahr 2008 feierte die Stadt Augsburg und der MAN-Konzern den 150sten Geburtstag Rudolf Diesels, dem Erfinder des nach ihm benannten Dieselmotors.
Der Ingenieur und Erfinder Rudolf Diesel wurde 1858 in Paris geboren und besuchte dort auch die Schule. 1870 ging die Familie nach England, Rudolf wurde zu Verwandten nach Augsburg geschickt, wo er die Schule fortsetzte und später, nach dem Studium in München, als Ingenieur in die Maschinenfabrik Linde eintrat. Schon dieser Teil des Lebenslaufs erhellt, warum Rudolf Diesels Handschrift so unruhig und uneinheitlich war.
Er lernte Schreiben nach französischer Art, also die lateinische Schreibschrift – ganz im Unterschied zur damals in Deutschland gelehrten sogenannten „Deutschen Schreibschrift“, die er dann als 13-jähriger auch noch kennenlernte.
Daraus erklärt sich seine (für damaliges Empfinden erst recht) unsaubere Schrift mit der Vermischung unterschiedlichster Buchstabenformen innerhalb eines Textes, ja sogar innerhalb einzelner Wörter.
Dazu kommt, dass er auf „schönes Schreiben“ offensichtlich keinen Wert legte. Mal sind die Buchstaben breit, dann eng, mal groß und deutlich, dann wieder gedrückt und verkümmert.
Die Individualität wird noch betont durch die von Feder und Tinte herrührenden Charakteristika.
Dieser Font ist anhand einiger erhaltener Originalbriefe gestaltet. Es ist eine überzeugende digitale Version von Rudolf Diesels persönlicher Handschrift.
Den abwechslungsreichen Ausdruck des Fonts Diesel Rudolf Script ermöglichen über 80 Ligaturen und alternative Zeichenformen, die mit Hilfe der Open-Type-Funktionen Ligaturen und Seltene Ligaturen aufgerufen werden können.





































































