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Mir erscheinen die als "Renaissance-Antiqua" bekannten Schriften als zu glatt, zu sehr den heutigen vielfältigen Praxisanforderungen angepasst, sie sind nahezu totgezeichnet.
Im Frühjahr 2005 hatte ich die Gelegenheit, ein paar Seiten in dem berühmten Buch "Hypnerotomachia Poliphili" von 1499 genauer anzusehen. Die darin verwendete Schrift von Aldus Manutius gilt als vorbildlich. Der grösste Teil des Buches ist jedoch nicht sehr sorgfältig gedruckt. Die Buchstaben halten nicht die Zeile, der Druck ist mal zu kräftig, mal viel zu schwach. Und auf diesen mangelhaften Seiten kann man den eigentlichen Charakter der Buchstaben erkennen, nämlich dass sie im Detail sehr lebendig geschnitten sind, was wohl an der von hauptberuflichen Schreibern gelieferten Vorlage liegt, schliesslich war um 1499 Schrift in der Regel geschrieben, und die gedruckte Schrift hatte sich an diesem Vorbild zu orientieren. Auf den schwach gedruckten Seiten gefällt mir das Schriftbild besser. Die Buchstaben stehen zwar nicht sauber auf der Zeile, aber der jetzt deutlich hervortretende lebendige Duktus der einzelnen Zeichen führt im Auge des Betrachters automatisch zu harmonischen Wortbildern, die unruhige Zeile tritt in den Hinterrund.
Auch in der CHARPENTIER RENAISSANCE sind die Züge der Breitfeder noch zu spüren. Sie hat sehr ausgeprägte weich gebogene Serifen. Die Formen sind kraftvoll und stehen solide auf der Grundlinie. Die CHARPENTIER RENAISSANCE ist sehr gut lesbar und ergibt ein gediegenes und doch lebendiges Satzbild. Die dazugehörige Kursive hat wie ihre historischen Vorbilder fast keine Neigung. Die Minuskeln der CHARPENTIER RENAISSANCE ITALIQUE haben so eigentümliche Figuren, dass sie auch als eigenständige Schrift eingesetzt werden kann.
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As for me, the common "Renaissance-Antiqua" typefaces are too smooth, much too adapted to today’s varied practical demands, nearly drawn to death.
In the spring of 2005 I had the opportunity to closely examine a few pages in the famous book "Hypnerotomachia Poliphili" from 1499. The script used here from Aldus Manutius is exemplary. Most of the book, however, is not very carefully printed. The characters do not stay on the line; the print is at times too strong and at times much too weak. And on these imperfect pages the true character of the letters is recognizable; that is, that they are cut with lively detail which is a result of the patterns provided by full-time writers. After all, around 1499 script was written as a rule and the printed type was oriented on this pattern. I prefer the typeface on the lightly printed pages. The characters are not placed neatly on the line, but the distinct and emerging lively ductus of the individual characters automatically presents harmonious word formations in the eye of the beholder, with the non-perfect line stepping into the background.
Also in CHARPENTIER RENAISSANCE, the strokes of the wide pen are still noticeable. The font has very defined softly bent serifs. The forms are powerful and stand solidly on the baseline. CHARPENTIER RENAISSANCE is very legible and yields a solid and yet still lively line formation. The accompanying cursive, like its historical models, has almost no inclination. The lower case characters of CHARPENTIER RENAISSANCE ITALIQUE have such idiosyncratic figures that they can also form a font of their own.
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